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27. Mai 2018

Geburtstags-Spielestraße

Morgens halb elf in Bad Rodach: Es ist gerade einmal eine halbe Stunde her, dass die große Geburtstags-Spielestraße ihre Pforten geöffnet hat, da präsentiert die siebenjährige Nele bereits stolz ihren vollen Spiele-Stempelpass, für den es zur Belohnung eine Überraschung gibt. Sie hat schon das Einhorn-Spiel gespielt, die Riesenrutsche erklommen, Blumen gebastelt und jetzt beim Piratenspiel gewonnen. Aber die zehn Stempel im Pass halten sie nicht vom Weiterspielen ab: „Ich hol mir einfach noch einen und den mach ich auch voll.“, sagt sie ganz pragmatisch. „Heim will ich noch nicht.“ Recht hat sie. Schließlich gibt es noch einiges mehr zu entdecken.

Bad Rodach hat sich an diesem Sonntag binnen weniger Stunden in eine Spielstadt verwandelt, die nun von Kindern und ihren Familien erobert wird. Auf den Straßen, die morgens um acht noch beschaulich im Sonntagsschlaf schlummerten, reihen sich viele, viele Pavillons, geschmückt mit kunterbunten Girlanden, aneinander. Insgesamt 58 Spielestationen sind es, die sich von der August-Grosch-Straße, über den Steinerer Weg und den Wallgraben bis zum Schlossplatz erstrecken. Im Nu waren sie aufgebaut, dank unzähliger fleißige Helfer. Sie alle sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HABA-Firmenfamilie, die heute ihre gute Tat vollbringen. Sie wollen Menschen in und rund um Bad Rodach einen unvergesslichen Tag bereiten. Und so ist das heutige Fest sozusagen ein Fest von der Familie, nämlich der HABA-Firmenfamilie, für die Familie!

„Es ist so schön zu sehen, wie alles, was in den vergangenen Wochen auf dem Papier entstand, heute zum Leben erweckt wird!“

In den vergangenen Tagen und Wochen wurde die große Geburtstags-Spielestraße vorbereitet und bis zuletzt haben alle gebangt, ob das Wetter mitspielen wird. Und das tut es. Die Sonne lacht von einem wolkenlosen Himmel und feiert mit. Die Stimmung ist ausgelassen. Ein Straßenmusiker mit Gitarre und Mundharmonika zieht zum Gruß seinen Zylinder und trällert fröhlich ein Lied.

Es wird geschnitzt, gebastelt, gewürfelt, gehüpft, gerutscht, gekickt und überhaupt, es wird gespielt! „Guck mal, da will ich hin und mitmachen!“, hört man nicht nur einmal eine Kinderstimme rufen.

Corina Trier, die Hauptorganisatorin des Familien-Events, ist sichtlich gerührt als sie dem bunten Treiben im Wallgraben und den vorbeiziehenden farbenprächtigen Stelzenläufern nachblickt: „Es ist so schön zu sehen, wie alles, was in den vergangenen Wochen auf dem Papier entstand, heute zum Leben erweckt wird! Wir haben ja schon viele Feste gefeiert, aber das ist wirklich einmalig und zeigt, was wir ganz besonders gut können: Spielen!“

Und da macht es auch nichts, wenn man so manches Spiel verliert. Das weiß auch Sabine Habermaass, die schon wieder den Piraten in hohem Bogen aus seinem Fass katapultiert, nachdem sie den Säbel falsch gesteckt hat. „Bei dem Spiel hatte ich noch nie ein glückliches Händchen!“, verrät sie lachend. Aber heute geht es auch nichts ums Gewinnen, sondern darum, mit der gesamten Familie Zeit zu verbringen, auf Entdeckungstour zu gehen und Spaß zu haben. Die Gesellschafterin freut sich sehr, dass so viele Familien mit freudestrahlenden Gesichtern den Weg nach Bad Rodach gefunden haben. Selbst mit anzupacken und ebenfalls mitzuhelfen, war für sie und die komplette Familie Habermaass Ehrensache. Gleich nebenan betreuen ihr Mann und ihre Kinder die Slackline, die zwischen Bäumen im Wallgraben gespannt ist und auf der die Kinder balancieren können. Bruder Volker Habermaass angelt mit Kindern in einem Plantschbecken um die Wette. Schwester Heike Habermaass war schon im Morgengrauen mit dem Gabelstapler unterwegs, um Biertischgarnituren zu den Spielestationen zu bringen und ist jetzt überall da vor Ort, wo Not am Mann ist.

So heißt es schon nach zwei Stunden am Schnitzstand: „Wir brauchen Nachschub!“. Der Boden ist mit Holzspänen übersät. Begeistert haben die Kinder schon alle Holzfiguren verarbeitet. Zum Glück ist der Weg zum Lager nicht weit.

„Das hast du toll gemacht!“, lobt Harald Grosch die vierjährige Lotta, die in kürzester Zeit einen Korb voller Kleidung und Spielsachen in einem Trolley beim Spiel Kofferpacken verstaut hat. Der Geschäftsführer der HABA-Firmenfamilie, der vor kurzem zum ersten Mal Opa wurde, ist ganz in seinem Element und hilft, wenn mal ein Reisverschluss klemmt. Auch für ihn ist es, gemessen an den glücklichen Gesichtern, ein gelungenes Fest: „Das ist ein Jubiläum, das motiviert! Ich bin vor allem stolz auf so viele engagierte Mitarbeiter, ohne die es die Spielestraße und auch alle anderen guten Taten nicht geben würde!“

Ein paar Meter weiter stehen die Familien Schlange und greifen sich Riesenbrillen und knallige Perücken aus der Verkleidungskiste. Eine Fotobox ist aufgebaut und spuckt Sofortbilder aus. „Drei, zwei, eins, Zunge raus!“, ruft Gertraud Unger und drückt den Auslöser. Sie ist Geschäftsleiterin der MarkenWehrfritz und project und betreut gemeinsam mit ihrem Mann die Station. Die beiden haben sichtlich großen Spaß an dem Job. Heute fällt es auch den ganz Großen nicht schwer wieder Kind zu sein.

Weiter geht’s. An jeder Ecke wartet das nächste Vergnügen. So tut sich plötzlich ein riesiger blauer Berg mitten im Steinerer Weg auf. Ein aufblasbarer Kletterturm! Aus luftiger Höhe und am Seil gesichert winkt die achtjährige Lena stolz ihren Eltern zu.

Ihr kleiner Bruder Max dagegen wartet ungeduldig. Denn in wenigen Minuten treten die Kinderliedermacher Rodscha aus Kambodscha und Tom Palme auf, die, wie sie sagen, extra aus dem Urwald nach Bad Rodach gereist sind. Max ist großer Fan und trägt heute extra seine Zebrahose. Als es losgeht springt er freudig auf und ab und singt jede Liedzeile mit.

„Hopp, hopp, hopp! Das schaffst du!“, eifrig feuern die Mitarbeiter die Kinder bei der Puppenwagenrallye auf dem Schlossplatz an. Hier kommen nach und nach alle zusammen. Die Kinder können sich eine kleine Überraschung abholen, im Haus des Gastes tritt das Kindertheater Mär mit dem Stück „Obstgärtchen“ auf und Radio Eins spielt Musik.

Unter die Besucher der Spielestraße hat sich auch Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher mit seiner Familie gemischt. Auch wenn seine Tochter mit neun Wochen dann doch noch ein wenig zu jung zum Mitspielen ist, genießen sie das Fest: „Ein Traum, was die HABA-Firmenfamilie den Bad Rodachern und der Region hier und heute schenkt. Ich kann nur herzlich Danke sagen! Und ich freue mich schon jetzt auf`s nächste Jubiläum.“, sagt der frischgebackene Vater.

Der Schatten unter einem riesigen aufgespannten Fallschirm der Freiwilligen Feuerwehr lädt zum Verweilen ein. Der Duft von gebackenem Fisch, Burgern und Flammkuchen weht herüber. Auf einer der Bänke sitzt der zweijährige Henry auf dem Schoss seiner Mama, in einer Hand eine selbstgebastelte Blume, mit der anderen zeigt er auf die große Kullerbü-Spielebahn. Lange bleibt hier dann doch keiner still sitzen. „Die Zeit vergeht viel zu schnell …“, sagt die Mama.

In der Tat. Es ist einer der Tage, von denen man sich wünscht, er würde nicht zu Ende gehen …