Von Null auf 80 in 365 Tagen:

Verfolgen Sie alle guten Taten unseres Jubiläumsjahres

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3. Mai 2018

Von Brettern zu Betten

Ungewohnte Klänge tönen am 3. und 4. Mai vom CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) Gelände im thüringischen Hoheneiche. Wo sonst Jugendliche zu Abenteuercamps oder Konfirmanten-Freizeiten zusammenkommen, sind jetzt unverkennbar Schrauber, Tacker und Hammerschläge zu hören. Dazu viele junge Stimmen: „Kannst Du mal das Brett festhalten?“, „Ich glaube, das muss andersrum!“, „Wie gehört das denn jetzt hier rein?“ Rein gehört alles in insgesamt 12 nagelneue Bauwagen und zwar so, dass am Ende aus vielen, vielen Holzteilen insgesamt 68 Schlafplätze werden.

Mit diesem Projekt beteiligen sich die Auszubildenden der HABA-Firmenfamilie an der Jubiläumsaktion „80 gute Taten“. Und die 47 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beweisen, dass nicht nur die Holzmechaniker, sondern auch die angehenden Kaufleute, Logistik-Fachleute, Informatiker oder Mediengestalter anpacken können. Denn es gilt, jede Menge Bettpfosten aus massiver Birke sowie Bett-Seitenteile, Latten und Leisten aus Birken-Sperrholz richtig zu verbauen.

Junge Leute mögen Zelten immer weniger – eine Übernachtung im Bauwagen lockt mehr

Marco Pfeffer leitet in der HABA-Firmenfamilie den Bereich Instandhaltung und er engagiert sich im Vorstand des CVJM Thüringen e.V. Hier entstand die Idee, die Zelte auf dem Zeltplatz durch Bauwagen zu ersetzen, die den Gästen eine wetterunabhängigere Übernachtungsmöglichkeit bieten. Für Marco Pfeffer und Personalreferentin Susanne Mildenberger war schnell klar: Das wird im Rahmen der Jubiläumsaktion „80 gute Taten“ ein Azubi-Projekt.

Mit staatlicher Förderung finanzierte der CVJM die Bauwagen und das Material. Und dann hieß es für die HABA-Lehrwerkstatt: Pläne machen und die vielen Teile so fertigen, dass sie vor Ort von den Auszubildenden zusammengebaut werden können. Ein Lkw transportierte die auf Paletten gepackten Holzpfosten und Bretter anschließend zum CVJM nach Hoheneiche, wo sie im Materialzelt bereitgelegt wurden.

„Es klappt super: Alle helfen mit, alle packen an“

Sarah Gräf ist angehende Kauffrau für Marketingkommunikation und hat mit dem Bau von Möbeln sonst weniger zu tun. Ihr gefällt die Aktion: „Es klappt super: Alle helfen mit, alle packen an“, stellt sie fest. Schneller als erwartet, wird am frühen Donnerstagnachmittag schon der erste Wagen fast „bezugsfertig“, nur die Matratzen fehlen noch. Paul Gerten ist als Holzmechaniker-Azubi in seinem Element: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so problemlos läuft. Echt gut vorbereitet“, freut er sich, während er die Bretter für die Lattenroste festtackert.

Ein paar Meter weiter machen Christin Brückner, Katharina Fiedler, beide angehende Industriekauffrauen und Jeanna Kabanov, künftige Kauffrau für Dialogmarketing, vor „ihrem“ Bauwagen eine kleine Pause. „Wir warten, dass wir drinnen wieder etwas tun können. Wir haben vorgearbeitet und die Bolzen reingesteckt. Jetzt machen erstmal die Jungs weiter“, erzählt Christin Brückner. Manches sei etwas kompliziert, meint Jeanna Kabanov. So müssten manche Pläne spiegelverkehrt gelesen werden. Gut findet sie, dass die Teams ihre Arbeit selbst organisieren und gemeinsam Entscheidungen treffen. Mit einer Einschränkung darf jeder alles machen: Der Drucklufttacker bleibt aus Sicherheitsgründen den Holzmechanikern in den bunt gemischten Teams vorbehalten, die im Umgang damit Erfahrung haben.

Auch Pascal Schunk, künftige Fachkraft für Lagerlogistik, findet das Projekt gut: „Das ist mal was anderes, als in der Firma zu sein“, meint er. Laura Stoll, die Industriekauffrau lernt, freut sich, an der frischen Luft zu sein und zu sehen, „was die Holzis machen. Das ist auch interessant und abwechslungsreich“, erzählt sie, während aus dem Wagen hinter ihr der Tacker knallt. „Das Tackern dauert halt, aber wir kommen gut voran“, sagt sie.

Köpfchen ist gefragt: Pläne lesen und spiegelverkehrt denken

„Wir sind ein gutes Team“, stellt die künftige Industriekauffrau Laura Kamp fest, während sie einen Bettpfosten nach drinnen reicht. „Ich lese die Pläne, das kann ich gut“, lacht sie. Den ersten Bauwagen hat die Gruppe schon mit Bettgestellen ausgestattet, jetzt müssen die Azubis umdenken: Bei ihrem zweiten Wagen stehen die Betten spiegelverkehrt.

Schon am ersten Tag leert sich das Materialzelt sichtlich. Immer mehr Bauwagen werden nahezu „wohnfertig“ und so hatten sich alle am Abend das gemütliche Beisammensein am Lagerfeuer mit Stockbrot redlich verdient. Am nächsten Tag zahlt sich die Erfahrung aus: Routiniert stellen die Auszubildenden die letzten Betten auf, in denen künftig die Gäste des CVJM im idyllischen Hoheneiche ihre Nächte verbringen werden – eine gute Tat von Dauer.